Dyskalkulie

Wie erkennen Sie, dass ihr Kind davon betroffen ist?

Ein begründeter Verdacht auf Dyskalkulie liegt vor wenn mindestens eines der folgenden fünf Kriterien erfüllt sind.
  • Schwierigkeiten, die mathematischen Grundlagen zu verstehen (Zahl- und Mengenbegriff, Grundrechenarten, Stellenwertsystem). 
  • Zählen statt Rechnen
  • Übermässiges üben hilft nicht
  • Der Lernaufbau in der Mathematik misslingt, der Schüler kann dem Mathestoff nicht mehr folgen
  • Vermeidungsstrategien: Ängste, Seelische Belastung in Bezug auf die Mathematik
diskalkulie
Häufigste Symptome:
Es wird auch da gezählt wo zählen sich erübrigt (ab der zweiten Klasse). Minus-Aufgaben (Substraktion) fallen dem Kind besonders schwer. Aus dem Zahlenverständnis und dem Zusammenhang der Operationen sich herleitende Rechenregeln bleiben unbemerkt:
  • 3+4=7, 7-4 wird neu gezählt. Dekadische Transferleistungen sind nicht möglich (3+4=7, 23+4… wird neu gezählt)
  • Einer und Zehner werden häufig vertauscht. Das sichere Wissen und die Zehnerergänzung ist Grundlage bei allen späteren Rechenoperationen
  • Mühsam eingeübtes ist nach kurzer Zeit wieder vergessen
  • Das Kind kann falsche Ergebnisse nicht erkennen bzw. korrigieren
  • Der praktische Umgang mit Grössen (Geld, Uhrzeit, Längenmasse, Gewichte) gelingt nicht. Beim Lösen von Textaufgaben zeigt sich ein völliges Unverständnis

Effektive Dyskalkulie Therapie - die Grundprinzipien

Ob eine Therapie erfolgreich ist, hängt im Wesentlichen von der Beziehung zwischen Therapeut und Schüler ab. Hat der Schüler nach den ersten Sitzungen ein gutes Gefühl, so sind wichtige Grundsteine für eine erfolgreiche Therapie gelegt:
  • Mathematisches Verständnis aufbauen
  • Die Mathematischen Grundlagen müssen auf den Lernstand, auf dem sich das Kind befindet, begreifbar gemacht werden
  • Der Zahlenraum in dem sich das Kind sicher bewegen kann, indem es eine Mengenvorstellung besitzt und Rechenaufgaben lösen kann, dient als Basis
  • Aufbauend dazu muss die Mengenvorstellung erweitert werden, um vom reinen zählen zum Rechnen zu kommen und damit den Zahlenraum zu erschliessen. Dem Kind muss z.B. der Unterschied von Ziffer und Zahl dazu klar sein
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Was bringt eine Dyskalkulietherapie und ab wann tritt ein spürbarer Effekt ein?

Zuerst muss aufbauend die Mengenvorstellung erweitert werden, um vom reinen zählen zum Rechnen zu kommen, und damit den Zahlenraum zu erschliessen. Dem Kind muss z.B. der Unterschied von Ziffer und Zahl klar sein. Darauf folgt das Einüben von Übergängen (Einer, Zehner, Hunderter). Plusrechnen, Minusrechnen. Trainieren des kleinen Einmaleins. Eine Dyskalkulie kann sich durch eine gezielte Therapie (Ursachenorientiertes Arbeiten) erheblich verbessern. Mit der Zeit entwickelt das Kind ein mathematisches Verständnis und es findet sich immer besser im Zahlenraum zurecht.

Dauer einer Dyskalkulietherapie

Die Dauer einer Dyskalkulietherapie hängt von der Ausprägung ab. Jede Dyskalkulie ist individuell. Empfehlenswert sind wöchentlich mindestens ein bis zwei Lektionen.

Autorin dieses Artikels über das Thema Dyskalkulie ist Sandra Bernays, Dipl. Lerntherapeutin ILT und Legasthenietherapeutin DVL

Finanzielle Aspekte: Kostenübernahme einer Dyskalkulie Therapie

Die Dyskalkulie Therapie wird seit 2010 nicht mehr von der IV übernommen. Die Abklärung der Dyskalkulie findet statt
  • am Kinderspital, Abteilung Wachstum und Entwicklung
  • beim Schulpsychologischen Dienst oder
  • bei einer anderen Fachperson
Mit einem umfassenden Abklärungsbericht (Diagnose Dyskalkulie) besteht die Möglichkeit, dass die Schulgemeinde die Kosten einer Dyskalkulietherapie übernimmt und/oder sich an den Therapiekosten beteiligt. Die Handhabung (Betreffend der Kostenübernahme einer Dyskalkulietherapie) hängt von der jeweiligen Schulgemeinde ab.
Wir unterstützen Sie bei der Therapie sowie beim Antrag auf Kostenübernahme bzw. Kostenbeteiligung. Kontaktieren Sie uns noch heute unter lernen@tutorat.ch